Sie und die Andere

Die Andere streichelt mir sanft über das Gesicht. Ich schließe die Augen und stelle mir vor es wäre Sie mit der ich hier im Bett liege, stelle mir vor Sie würde mich berühren und stelle mir vor ich könnte Ihren Geruch riechen. Für einen Moment glaube ich es selbst und die fade Leere in mir weicht einem warmen Gefühl des Glücks. Doch dann ist der Moment schon wieder vorbei und die nüchternen Realität, das nicht Sie sondern die Andere bei mir ist, holt mich ein.

Seit einer Stunde erzählt mir die Andere Gesichten aus ihrem Leben. Bestimmt ist es ein tolles Leben und bestimmt sind es tolle Gesichten. Ich weiß es nicht, ich höre nicht wirklich zu. Zuerst hatte ich der Anderen auf dem Sofa nicht zugehört aber irgendwann muss ich wohl zugestimmt haben den Raum zu wechseln den jetzt liege ich im Bett und die Andere streichelt mir über mein Gesicht.

Die Andere fängt an sich aus zu ziehen. Umso mehr Kleidungstücke auf den Boden fallen umso mehr erkennen ich das die Andere fast die selbe Figur wie Sie hat. Die langen Beine, der perfekte Hintern, die schmale Taille und die großen Brüste, genau ihre Figur nur das Gesicht der Anderen war nicht ihr Gesicht. Es sind nicht ihre Augen und vor allem nicht ihr Lächeln. Langsam merke ich das, dass der Grund war warum ich mit zur Anderen in die Wohnung ging, ihre Figur erinnerte mich an Sie.

Komplet nackt fängt die Andere jetzt an mich aus zu ziehen. Wenn ich das Licht ausschalte und nur noch ihren Körper spüre ohne ihr Gesicht zu sehen kann ich mir vielleicht vorstellen es wäre Sie? Die Andere riecht aber anderes, bewegt sich anders, spricht anders, es ist anders. Sie war so klein und zart, die Andere wirkt plötzlich groß und plump.

Licht an, einsehen das ich Sie und nicht die Andere will, aufstehen und gehen oder Licht aus und mich weiter ausziehen lassen? Plötzlich kommt mir die Melodie von einem besonderen Song in den Kopf, ich muss lächeln und weiß genau was ich tun will.

Veröffentlicht am 15. Juni 2011 unter Allgemein.

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